Der Feuervogel
Ballett von Igor Strawinsky
 
Die Handlung
Die Geschichte basiert auf einem Märchen. Im magischen Garten des Dämons Katchej lebt der Feuervogel. Der junge Adlige Iwan fängt den Vogel. Dieser bittet ihn um seine Freiheit und Iwan, gerührt durch die Bitten, lässt ihn frei. Als Dank dafür bekommt er eine magische Feder von dem Vogel.
Im magischen Garten des Dämonen Katchej sind 13 Frauen gefangen. Eine davon ist die Prinzessin, deren Liebe Iwan erlangen will. Als er das Gartentor berührt, hört er ein Glockenspiel erklingen. Daraufhin kommen Katchej und seine Dämonen und wollen ihn töten. Doch Iwan ist durch die magische Feder geschützt.
Nun erscheint der Feuervogel und lässt seine magische Musik erklingen, die die Dämonen zum Tanzen zwingt. Dann singt er ein Schlaflied und Katchej und seine Helfer fallen in einen tiefen Schlaf.
Der Feuervogel führt Iwan zu einer Höhle, in der ein Ei versteckt ist, das die Seele von Katchej enthält. Iwan zerschlägt das Ei und der Zauber der
 
 Dämonen ist aufgehoben. Die 13 Frauen sind jetzt frei und Iwan kann seine Prinzessin heiraten. 

 
Igor Fjodorowitsch Strawinsky
Russischer Komponist mit amerikanischer Staatsbürgerschaft
geboren am 5. Juni 1882 in Oranienburg bei St. Peterburg – gestorben am 4. Juli 1971 in New York
1903 wurde er Privatschüler von Nikolaj Andrejewitsch Rimskij-Korsakow, einem russischen Komponisten und Professor am Petersburger Konser-vatorium.
Nach seinem Studium schloss er sich dem Balett–Ensemble von Sergej Pawlowitsch Diaghilew („Balletts Russes”) an und schrieb 1910 das Ballett-Märchen „Der Feuervogel” als Auftragswerk.
Von 1920 bis 1939 lebt Strawinsky in Paris. Anschließend ging er in die USA und ließ sich in Hollywood nieder, wo er 1945 auch amerikanischer Staatsbürger wurde. 1951 kam er nach Europa, um in Venedig die Uraufführung seiner Oper „The Rake's Progress” (Der Wüstling) zu dirigieren.
 
 Strawinskys Werk ist eine der wichtigsten kompositorischen Leistungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Strawinskys außerordentliche Wandlungsfähigkeit von folkloristisch beeinflussten Anfängen bis zum späten Serialismus wird durch gewisse Stileigentümlichkeiten zusammengehalten: Freude an der schöpferischen Einbindung vergangener Stilepochen, Bi– und Polytonalität, rhythmischer Motorik, Polyrhythmik und häufigen Taktwechsel. 
 Im Mittelpunkt seiner „russischen” Schaffensperiode stehen die Ballette „L'Oiseau de Feu” (Der Feuervogel – 1910), „Petruschka” (1911) und „Le Sacre du Printemps” (Die Weihe des Frühlings – 1913). 
 „Die Geschichte vom Soldaten” (1918) brachte erstmals Einflüsse des Jazz. Die Besetzung mit 4 Klavieren und Schlagwerk in „Les noces” (1923) hatte Auswirkungen bis zu Carl Orff. 
 Mit dem Ballett „Pulcinella” (1920 – nach Pergolesi) begann die in dem szenischen Oratorium „Oedipus Rex” (1927) und der „Psalmensinfonie” (1930) gipfelnde „klassizistische” Periode, die mit der Oper „The Rake's Progress” (Der Wüstling – 1951) endete. 
 In der Altersperiode – beginnend mit der „Cantata” (1952) ” wandte sich Strawinsky zunehmend der Reihentechnik Anton (von) Weberns zu. Beispiele dieser Schaffensperiode sind: „Canticum Sacrum” (1956), das Ballett „Agon” (1957), „A sermon, a narrative and a prayer” (1961), „The flood” (1962), „Abraham and Isaac” (1964), „Requiem Canticles” (1966) und weitere 6 Opern, 11 Balette, 3 Sinfonien, Kantaten, Konzerte, Klavierwerke und Lieder. 
 das KonservatoriumAusbildungsstätte für alle Zweige der Musik 
 der Serialismuseine um 1950 entwickelte Kompositionstechnik innerhalb der Neuen Musik, bei der möglichst alle Strukturelemente durch eine vorweg festgelegte Ordnung bestimmt sein sollen. 
 die Bi– und Polytonalitätdas gleichzeitige Erklingen mehrerer, meistens zweier (Bitonalität) Tonarten 
 die Polyrhythmikdas gleichzeitige Erklingen unterschiedlicher Rhythmen – ein wichtiges Stilmittel in der Neuen Musik und vielfältig ausgeprägt in der außereuropäischen Musik, im Jazz sowie in der populären Musik (z. B. lateinamerikanische Tänze) 
 Giovanni Battista PergolesiItalienischer Komponist – geboren am 4. Januar 1710 in Jesi, begraben am 17. März 1736 in Pozzuoli bei Neapel 
 die ReihentechnikArnold Schönberg entwickelte 1920 die Zwölftontechnik. Dabei handelte es sich um Komponieren mit allen zwölf Tönen der chromatisch, temperierten Skala, die in einer Reihe oder Grundgestalt vorgeordnet wurden. Kein Ton durfte sich wiederholen, ehe nicht alle anderen erschienen waren, damit keiner ein tonales Zentrum bilden konnte. 
 Anton (von) Webernösterreichischer Komponist, Dirigent und Musikwissenschaftler – geboren am 3. Dezember 1883 in Wien, gestorben am 15. September 1945 in Mittersill, Salzburg (durch Besatzungssoldaten erschossen) 

 Berliner Philharmoniker und SchuleTeilnehmer & TermineBilder von den ProbenDie Aufführung